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Tränen Perlen

  • barbara krippendorf buch tränen perlen cover

19,90 EUR

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Mein erstes Buch ist im November 2012 im Mauer Verlag erschienen.

Dieses Buch ist ein sehr persönliches Zeugnis des Umgangs und der Verarbeitung von Tod, Trauer, Abschied, Leid, Schmerz, Klage und Misserfolg. Mehrere Texte sind den toten Verwandten der Autorin gewidmet.

Somit entsteht eine Art Dialog zwischen Lebenden und Toten. Der umfangreichste Prosa Text schildert die Verfassung, die Zerrissenheit einer jungen Mutter, die zwischen ihrem toten und ihrem lebenden Kind steht, zwischen Liebe, Trauer, Loslassen, Erschöpfung, Verzweiflung und Verantwortung, Verpflichtung, forderndem Lebensdrang, natürlichem Wachstum und wiederum Liebe.

Die Konfrontation mit Gewalt, Mord, Totschlag und Misserfolg werden letztlich als Heraus-Forderungen verstanden für ein eigenverantwortliches, selbst bewusstes Leben.

Das Buch ist ein Gemeinschaftswerk. Texte und Skulpturen sprechen auf unterschiedliche Weise und lassen der Seele Raum.

ISBN 978-3-86812-278-7

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Leseprobe zu Tränen Perlen

Tränen Perlen

Der Tod war mir schon immer sehr nah.
Als Kind spürte ich am Grabe
meines Vaters und Bruders
größere Verbundenheit zu den Toten
als zu allen Lebenden.

Tod und Geburt
gingen im Leben meiner Mutter
und auch in meinem Leben
Hand in Hand.

Qual, Schmerz, Folter, Grausamkeit,
das ahnte ich, das kannte ich aus alter Zeit;
aus einer Zeit vor dieser Zeit.
Und durchlebte es erneut.

Auf dem Grund Muster reichlicher Tränen
webte sich mein roter Lebens Faden.

Sterben und Abschied,
Morde, Nah Tode,
eine bedrohliche Krankheit
brachten mich durch
den Tod ins Leben.

Was sich beruflich scheinbar
als Miss Erfolg zeigte,
erwies sich immer deutlicher als
Weg Weiser in die Trauer.
Meine Trauer stellte sich mir in den Weg.
Es gab kein Vorbei.

Ich tauchte ein und ging unter.
Ich sank bis auf den Grund.
Und als ich wieder auftauchte,
hatte ich ein Buch
in der Hand und Perlen.

Tränen Perlen.

×

Leseprobe zu Tränen Perlen

Mein Papa

Oh, ich möchte erzählen, erzählen
von meinem Papa.
Aber ich kenne, kenne ihn nicht.
Als er starb, war ich zwei, zwei Jahre alt.
Immer, immer fehlte er mir.
Ich vermisste ihn sehr.

Sehnlichst wünschte ich mir,
dass er kommt,
mich an die Hand nimmt,
mich führt, mir den Weg zeigt.
Aber er kam nicht.
Allein, allein ging ich hinaus aus dem Dorf.
Durch den Tunnel, das Wäldchen,
die Gasse der Angst bis zum Fried Hof.
Blaue Sterne, Vergiss Mein Nicht,
meine Lieblings Blumen
und mein überfließendes Herz
brachte ich mit an das Grab.
Das Grab meines großen Vaters
war auch das Grab meines kleinen Bruders.
Begraben im Grab waren zwei.
Ich sprach mit ihnen. Sie hörten mir zu. Meine Ver Trauten. Hier am Grab.
Hier am Grab spürte ich die Ver Bindung.

Aber sonst war ich allein, war so allein und fing an, mich zu verlaufen
bis es weder oben noch unten,
links noch rechts,
weder Himmel noch Erde für mich gab
und der Boden unter mir einbrach.
Wo bin ich ? Wo bin ich ? Wo bin ich ?

Nach vielen Jahren,
längst erwachsen, weit gereist,
erschien mir eine Fee.
Die fragte das kleine Kind,
das kleine Mädchen in mir:
„Was willst Du?“
„Mein Vater soll kommen.“
Er kam und er sprach:
„Was brauchst Du?
Was wünschst Du Dir von mir?“
„Deinen Anzug“,
sagte die Kleine in mir
und er gab ihn ihr.
Sie zog ihn an.
Arme und Beine baumelten daran.
Der Anzug war viel zu groß.
Ich sah dem kleinen Mädchen zu
und musste lachen;
ein herzliches, befreiendes Lachen.
Wochen später wurde mir klar,
warum ich eigentlich Komödie spiele,
warum ich in einen viel zu großen
Männer Anzug schlüpfe
und für wen ich einen Stuhl
an meiner Seite reserviert habe;
immer reserviert habe.

Und endlich erfuhr ich
von meiner neunzig jährigen Tante,
der Schwester meines Vaters,
dass mein Vater Geige spielen konnte
und wenn er sich etwas Mut
angetrunken hatte,
brachte er alle mit seinem Hut oder Schlips
oder irgendeinem Unsinn zum Lachen.
Der Titel meiner Komödie lautet übrigens:
„Ali Barbara & Prof. Dr. an der Seite“.
Und Geiger haben es mir angetan,
sofern sie mit ihres Herzens Bogen
die Saiten berührn.
Und ich lache so gern über Unsinn.
Und erzählen,
ja,
erzählen möchte ich
sooo viel
von meinem Papa.

×

Leseprobe zu Tränen Perlen

Sie liebte es

Meine Mama
sie liebte es
sich im Walzer zu drehn
sich im Walzer zu drehn

Mama liebte es
in die Wälder zu gehn
auf den Bergen zu stehn

Mama liebte es
in geselliger Rund
tat sich ihr unvergleichlicher
Mutter Witz kund

Mama liebte es
Freundinnen zu besuchen
zum Plausch Kaffee und Kuchen

Mama liebte es
Thüringer Klöße zu kochen
ihre Braten und Stollen
haben so gut gerochen

Mama liebte es
mit Auto Zug und Straßenbahn
durch die Gegend zu fahrn

Mama liebte es
Löcher in Sachen und Strümpfen zu stopfen
Sofa Kissen
glatt zu klopfen

Mama liebte es
vorm Schlafen Gehn
in die Ferne in die Sterne zu sehn

Luft zu schöpfen in vollen Zügen
und sich in den Traum zu wiegen
von des Tages Pflicht und Mühen
all nächtlich
zu entfliehen

Mama liebte
Ruhe und Frieden
um sich her

ja
das alles
liebte sie
sie liebte es
sehr

×

Leseprobe zu Tränen Perlen

Mama

Mama
ich danke dir
dass du mir den Weg vorangegangen bist

ich danke dir
dass du gehen wolltest als du nicht mehr gehen konntest

ich danke dir
dass du dem Tod entgegen liefst wie ein junges Mädchen zur Hoch Zeit

ich danke dir
dass du losgelassen hast
wo kein Halten mehr war

ich danke dir
für deinen beflügelt aufsteigenden Geist
als dein Körper sich aufgab

ich danke dir
für den Frieden und die Liebe
auf deinem leidzerfurchten Gesicht

ich danke dir
für deine Nähe in meinen Träumen

dass du mich jetzt hören lässt
was du mir nie gesagt hast

dass du mir jetzt zeigst
was du immer vor mir verborgen hast

dass du mich jetzt mit nimmst
wohin du mich niemals geführt hast


ich danke dir
dass unter der Trauer Weide
du teilst deine Tränen mit mir

dass du sanft Kopf und Schultern
mir streichst
unterm Kastanien Baum
mich umarmst

×

Leseprobe zu Tränen Perlen

Die Vision

Die Vision

Das Auge im Nest war in mir.

Ich sah in den Himmel.
Ich sah eine riesige Wolken Gestalt,
sah einen Drachen,
ein mächtiges Pferd
in zerfließenden Wolken.

Alle Kraft sah und spürte ich fließen
in dieser Gestalt
und wusste mit großer Gewissheit,
dass es in dieser Kraft kein Halten mehr gab.

Alle Angst, Qual, Schmerz,
Leid und Verzweiflung
lösen fließend sich auf hier in Kraft.

Es bleibt nichts außer der Kraft.
Es existiert nur fließende Kraft.

Und ich bin ihr Teil.
Es gibt nichts außer ihr.

Ich sah es hoch oben am Himmel
und spürte es tief in mir drin.

Ein Fließen.
Den Fluss.
Die Kraft.
Eine Kraft.
Die fließende Kraft.
Oben und unten und in mir.

Das Auge im Nest hatte alles gesehen.
Das Auge im Nest war in mir.

×

Leseprobe zu Tränen Perlen

Wirklichkeit

Wirklichkeit

ich

wirke

Wirklichkeit

Wirklichkeit

ist

das

was

wirkt

was

wirkt

wirkt

Wirklichkeit

Wirklichkeit

wirke

ich

ich

wirke

Wirklichkeit

×

Die Mond Blume

  • Cover Buch Mond Blume

23 EUR

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mein zweites Buch ist im Januar 2014 im Der Kleine Buch Verleg Karlsruhe erschienen

eine bunte Mischung von Texten aus sechs Jahr Zehnten
spartanisch karg • reich verziert • schwarz • weiß • rot
Fragen • Bemerkungen • Sicht Weisen • Betroffenheit
Erfahrungen • Essenzen • Lebens Verarbeitung
auf der Flucht vor dem Ich • auf der Suche nach dem Selbst
mit der Hoffnung auf Sinn • mit dem Wunsch zu verstehen
geschrieben mit Herz Blut aus dem Im Puls

aus dem Ver Langens nach Rhythmus • Fluss • Über Fluss • Aus Druck
Selbst Aus Druck sich Bahn brechender Worte • Flüstern • Rufe und Schreie
um Gehör • Mit Teilung • Befreiung
Heimkehr in Glück Seeligkeit

Bilder und Texte sind Botschaften aus dem Verborgenen zum Offenbaren
Etappen auf dem Weg zum inneren Wissen um das All Eine
Stationen einer Reise zur Quelle Ewigen Seins

ISBN 9783942637435

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Leseprobe zu Die Mond Blume

das Glück

das Glück ist mir begegnet
nahm mich auf seinen Arm
wiegte mich sanft hin und her
wirbelte mich um und um
ließ mich hinab
und ging seiner Wege

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

ein Flügel Schlag

was macht
einsam
gemeinsam

ein Blick
Blicke
ein Augen Blick
Augen Blicke

die Berührung von Haut
Rührung

Wellen Längen
Gedanken
gemeinsame Schranken

Tausch
Aus Tausch
Täuschung

ein Tau
Trau
Trau rigkeit
eine Trau ung

ein Bau
eine Bau ung

ein Ziel
Spiel
Spiegel
Siegel
ein Schniegel
Igel

ein Flügel Schlag

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

von Sinnen

was tat ich

statt meine Sinne zu sänftigen
reizte ich sie

ich wollte sie zähmen
jetzt werden sie wild

sie bäumen sich auf
zerreißen die Stricke
sprengen die Fesseln
machen sich los

sinn los
von Sinnen
sinnlich

er sinnen sie
ihren eigenen Sinn

Eigen Sinn
von sinnigen Sinnen

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

ich laufe über

weißes Papier
ich sitze vor dir
will dich
beschreiben

weißes Blatt
dein Nichts
macht mich
satt

in deine
Leere
laufe ich
über

ich laufe
über
zu dir

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

sich bewegende Körper

sich bewegende Körper

im Raum

im Raum

sich bewegende Körper


sich bewegende Körper

bilden Räume

im Raum

sich bewegende Körper


sich bewegende Körper

bilden Körper

im Körper

sich bewegende Räume

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

Liebe aus dem Regen

ich hol mir Liebe aus dem Regen

sanft aus tausend Tropfen

hellem dunklen satten Grün


die Gräser Blätter Zweige Äste

strecken mir das Feuchte

überfließend glitzernd hin


Niesel Regen lautlos

lauschend sinke ich auf weiche Knie

in das Moos


Mutter Erde

ich bette mich

in deinen feuchten Frühlings Schoss


ich hol mir Liebe aus dem Regen

der dich und mich benetzt

verbindet und liebkost


ich hol mir Liebe aus dem Regen

ich hol mir Liebe

aus dem Mutter Schoß

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

große Dinger

wer es vermag

mit kleinen Dingen

richtig um zu gehn

der kann auch

richtig große Dinger

drehn


wer es vermag

die kleinen Dinge

richtig an zu packen

der kann auch

die richtig großen Dinger

knacken

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

Sabine fährt Traktor

Sabine fährt Traktor

mit Schwung steigt sie ein
der Platz am Lenk Rad ist ihr

der Motor ertönt
die Kippe klimmt

die Maschine ruckt an
und sie fährt

ich sehe ihr nach

feiner Staub löst sich
aus der Spur frischer Erde

von weißen Möwen gefolgt
befährt sie die Erde zur Ernte

von Vogel Schwingen
umkreist und beflügelt

erreicht sie den Himmel
am Horizont

Sabine fährt Traktor

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

begehren ganz

ächzen stöhnen tanzen
ach
das macht alle Nöte schwach

ich begehre unverhohlen
Tanz oh Tanz
auf heißen Sohlen

wenn die Welt sich deht im Kreis
Feuer glühen
Funken sprühen

Flüssiges quillt aus den Poren
Gedanken haltlos und verloren
entfliehn vor tobenden Ergüssen

Gefühle fahren aus der Haut
Augen kippen
Mark und Bein erschauern
Herzen lodern flammen rot

was ist Leben
was ist Tod

auflösen
jetzt
im Tanz

ist mein
Begehren
ganz

×

Leseprobe zu Die Mond Blume

der Letzte

beim letzten Mal
da brauche ich
nichts
mit zu nehmen
und keine jungen Männer
zum Transport

beim letzten Mal
da geht es
nicht
an einen Ort
beim letzten mal
da geht es
weiter fort

meinen Körper
überlasse ich
der Erde
dem Wasser
oder auch dem Feuer

ungeheuer
ist das Abenteuer
wenn ich fahre
aus der Haut

der letzte
Umzug
wird so geil
Gerechtigkeit
die gibt es
weil
wir alle
kommen
wie wir gehn

so nackt und bloß
das find ich
schön

×

Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

  • Schwingen der Sehnsucht nach Afrika 1

23,00 EUR

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Mein drittes Buch ist im April 2016 bei Der Kleine Buch Verlag Karlsruhe erschienen.

Dieses Buch ist ein sehr persönliches Zeugnis von Liebe und Wertschätzung

des traditionellen Afrika – heute.

Die autobiografischen Texte spiegeln außergewöhnlichen Wage Mut,

ein Jonglieren zwischen Tod und Leben, im Spannungs-Feld von Glück und Leid.

Die Erlebnis Qualität, die Extreme an sich heran lässt,

sich Enttäuschungen und Schmerzen stellt, kein Risiko scheut,

Erschütterungen und Auferstehungen durchlebt, übt eine faszinierende Kraft aus,

die die Leserin, den Leser unmittelbar in das Geschehen mit ein bezieht.

Lyrik wirkt neben den Erzählungen als gelungene Ver-Dichtung.

Geschichten, Lieder und poetische Hymnen sind dem Leben in den Dörfern,

den Groß-Familien und der eigenen afrikanischen Familie Mame Sey Nabous

gewidmet. Die Themen sind breit gefächert;

Episoden aus dem Alltag, Weisheit, Humor, Spiritualität, Ur-Vertrauen, Zuversicht,

Lebens-Freude, Gemeinschaft, sozialer Reichtum, Handel und Handels-Beziehungen,

Liebe und Liebes-Affären, das Vergessen der Wurzeln und Herkunft,

die Beschneidung der Frauen, Irritation, Ausbeutung, Korruption,

Bettler, religiöse Bettel-Kinder und Straßen-Kinder,

Generationen-Folge, Seelen-Wanderung, Ahnen, Kinder und Kindes-Kinder.

Im Älter-Werden liebt die Autorin es zunehmend, die ihren Eltern, Ahnen, Kindern,

Schwieger-Söhnen und Enkeln gewidmeten Texte zu rezitieren, zu tönen und zu singen.

Da die Medien ausführlich von Schrecken und Nöten Afrikas berichten,

benennt Mame Sey Nabou die Wunden und Narben in einem von sechs Kapiteln.

Sie bezieht sich dabei stets auf Erlebtes, auf direkte Konfrontation und Betroffenheit.

Ihre Liebe zu Afrika hielt härtesten Prüfungen stand.

http://derkleinebuchverlag.de/buch/erzaehlungen_und_kurzgeschichten/schwing

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Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

Issas Lied

Issas Lied

Gleich nach der Wende, dem Mauer Fall,
der Einheit Deutschlands,
fuhr ich nach Lübeck, Kiel und Hamburg.
Überall in den Cafés, Naturkostläden und Kulturhäusern sprangen mir Issas Flyer ins Auge,
„Afrikanisches Trommeln, Singen und Tanzen“.

Und dann sah ich ihn bei seinem Konzert.
Er trommelte, sang und tanzte.
Eins seiner Lieder hatte sich in meinen Ohren
und in meinem Herzen eingenistet.
Ich sang es bei Tag und bei Nacht.
Es stimmte mich froh.
Ich fühlte mich in eine andere Welt mit hinein genommen.
Ich fühlte mich glücklich.
Ich verlor mich in diesem Lied.
Ich wurde mich selbst und alle Schwere los.

Damals ahnte ich nicht,
dass ich mit über vierzig Jahren
noch einmal ein Kind empfangen
und gebären würde, ein Mädchen,
das den Namen ihrer Ur Groß Mutter tragen sollte.

Oh Fatou Yo, wie hast du mich von Anfang an
so überaus glücklich gemacht.

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

die Welt der Frauen

die Welt der Frauen

potenzierte Weiblichkeit
unter Frauen
Geschrei Gelächter
Rhythmus vom Stampfen der Mörser
Feuer Qualm Hitze und Wind
Gewänder wehen
Flammen züngeln
Kalebassen Krüge und Töpfe
getragen gehalten gerührt
mit Schwung Eleganz Grazie
reges Treiben
von Früh bis Spät
Handel Wandel Verhandlung
Durch Setzungs Vermögen
auch Streit
erhitzte Körper agieren
Arbeit Gesang Tanz
vermischt sich
Babys hinten und vorn
Klein Kinder Nachbarn
Kommen und Gehen
wirbelnde Luft
würziger Duft
anzügliche Späße
Berührung von Haut
Frauen unter sich
ohne Tabu

ich bebe
vor Auf Regung
da mitten drin
genieße das Runde
das Schwarze der Haut
glänzend von Schweiß
das Spiel der Muskeln
Sehnen und Bänder

bade mich
im An Blick der Frauen
bade mich
in Weiblichkeit
WeiblICHkeit
bade mich
selbst verständlich
bade mich
in Natur
bade mich in
Urmütterlichkeit
Ur Mütter lICHkeit

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

alles tanzt

alles tanzt

Alles tanzt
Mensch Tier und Baum

es ist alles da
Essen Trinken Über Fluss Glück

rundum leuchten
strahlende Augen
dringt wohliges Glucksen
aus lachenden Mündern

Trommeln
sind Sprach Rohr des Herz Schlags
von flinken Händen gerührt

alles tanzt
Mensch Tier und Baum

Sonnen Strahlen küssen
saugen gierig den Schweiß
die Perlen Tropfen der Körper

straffe Haut
um starke Muskeln gespannt
dehnt biegt und bäumt sich in Kraft

Füße entspringen der Erde
wirbeln heißen Sand in die Luft

alles tanzt
Mensch Tier und Baum

der Himmel
flackert und glüht

die Luft
flimmert und kocht

die Erde
dreht sich und bebt

alles lebt
alles webt
alles schwebt

alles tanzt
Mensch Tier und Baum

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

Mütter Väter Schwestern Brüder

Mütter Väter Schwestern Brüder

Schon in der ersten Woche
nach meiner Ankunft im Senegal
lernte ich meinen zukünftigen Mann kennen.
Er war mein guide.
Er führte mich in das afrikanische Leben hinein.
Er nahm mich mit zu seiner Groß Mutter,
bei der er aufgewachsen war.
Er stellte mich seinen Freunden vor.
Er brachte mich zu seiner Familie.

Zuerst fuhren wir in ein kleines Dorf.
Dort gingen wir in ein Haus.
Eine Frau begrüßte uns freundlich und er sagte: „Das ist meine Mutter.“
Ich sah mir die Frau genau an.
Sie war es. Seine Mutter.
Auch Haus und Hof betrachtete ich ganz genau.
Jede Ecke war bedeutungs voll.
Hier lebte sie also und so sah sie aus. Seine Mutter.

Ein paar Tage später fuhren wir
an einen anderen Ort, in eine Stadt.
Kamen in ein Viertel und gingen in ein Haus.
Wir begrüßten alle Leute
und wurden herzlich empfangen.
Und dann erschien eine Frau, da sagte er:
„Das ist meine Mutter.“

Ich schaute ihn an. Ich schaute sie an.
Und fragte mich selbst,
ob ich mich nicht verhört hatte
und war mir nicht mehr sicher,
meinen Ohren zu trauen.
Ich ließ es beim Denken und Irritiert Sein
und sagte nichts.

Dann schaute ich die Frau ganz ganau an.
Sie war es. Sie war seine Mutter.
Auch Haus und Hof und alle, die hier wohnten,
betrachtete ich mit tief ergründen wollenden Augen.

Kurz darauf fuhren wir in ein anderes Dorf
und betraten ein Gehöft.
Da waren viele Frauen, Männer und Kinder.
Und bei einer dieser Frauen hörte ich ihn nochmals sagen: „Das ist meine Mutter.“

Wie kann das sein? Was hat das zu bedeuten?
Was sollte ich damit anfangen?
Ein Mann, der drei unterschiedliche Frauen an drei verschiedenen Orten „seine Mutter“ nennt.
Ich verstand es nicht.
Denn bei uns hat jeder nur eine Mutter.

Und überall, wo wir hin kamen,
wimmelte es von Schwestern und Brüdern.
Auch Väter tauchten hier und dort auf.
Zunächst war es mir ein Rätsel.

In der Fremde kommt Akzeptieren
vor dem Verstehen.
Die Ferne zog mich an, weil das Leben dort
so anders ist, als ich es kenne.
Und wenn mich gerade „dieses Andere“
an den Rand der Verzweiflung brachte,
musste ich erst einmal akzeptieren lernen,
bevor ich verstand.

So gelang ich aus dem Tunnel der Bedrängnis
und Enge und trat in ein neues, weites Land
in endlos schimmernden Farben.

Ich sah Mütter, Väter, Geschwister,
Groß Familien, Nachbarn.
Ein Leben in Gemeinschaft.

Als ich zu begreifen begann,
dass sich die Freuden und Pflichten einer Mutter
auf mehrere Frauen verteilen,
erschrak ich,
als ich den Blick von Afrika aus auf Europa richtete
und die vielen, vielen allein erziehenden Mütter sah.

Ich war eine von ihnen.
Allein gelassen, überfordert,
meinen Aufgaben nicht immer gewachsen
und obendrein mit Schuld Gefühlen beladen.

Ungeheuerlich. Ja, grausam für Mütter und Kinder
erschien mir nun der All Tag meiner bisher vertrauten Zivilisation.

Wie reich sind die Kinder in Afrika.
Sie haben überall Schwestern, Brüder, Väter und Mütter.

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

du warst mein Mann, mein Gliebter

du warst mein Mann

du warst mein Mann
mein Geliebter

Ablaye Niang
Vater meiner jüngsten Tochter

ich habe deine Spur verfolgt
sie führte mich vom Leben in den Tod

ich habe deine Spur verfolgt
sie führte mich durch den Tod hindurch ins Leben

ich habe deine Spur verfolgt
sie führte mich von der Liebe in die Liebe

ich habe deine Spur verfolgt
sie führte mich zu unserem Kind

Fatima
unser Kind
hat aus zwei Welten eins gemacht
hat Schwarz und Weiß in sich verwoben

unser Kind
verbindet Tod und Leben
hat Zeit und Ewigkeit in sich vereint

unser Kind
es fragt nach dem was war
und lebt für das was ist und sein wird

unser Kind
verfolgt verlängert unsre Spur
um seinen eignen Weg zu finden

möge die große Göttin
sie behüten und begleiten
auf all ihren Wegen

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

In Dakar

In Dakar

Ich bin in der Haupt Stadt Dakar und gehe
durch eine Straße voller Banken, Reise Büros, Restaurants und Geschäften.

Ein junger, stattlicher, gut aussehender Mann
bettelt mich an für sein Dara,
für sein spirituelles Zentrum, seine religiöse Schule,
für seinen Meister. Sie nennen ihn Marabou.

Ich gehe vorbei.
Es sind viele, die betteln.
Allen kann ich nichts geben.

Auf dem Rück Weg begegnen wir uns nochmal.
Er spricht mich an nach meiner Gabe
und hält mir seine Bettel Schale
direkt unter die Nase.

Ich rede mit ihm:
"Du bist jung, stark und kräftig.
Arbeite doch, statt zu betteln."

Er schaut mich an.
Er schaut mich wachen Auges durch dringlich an.
Und fragt mich nach meinem Beruf.
"Ich tanze und singe." Sag ich.
Da lacht er und das Weiße seiner Augen und Zähne blinkt in der Sonne.
"Du tanzt und singst, und sagst mir,
ich soll arbeiten???!!!"

Da hab ich mit ihm gelacht.
Und dann hat er doch noch alles bekommen,
was er von mir wollte.

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

immer wenn

immer wenn

immer wenn
ich mit meinem Latein am Ende war
verging mir Hören und Sehen

immer wenn
ich mit meinem Latein am Ende war
konnte ES sich drehen

immer wenn
ich mit meinem Latein am Ende war
tat sich mir eine Welt auf

immer wenn
ich mit meinem Latein am Ende war
lernte ich Wolof Serer Poel oder Shona

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

strong man

strong man

and now people
I d like to tell you
something
about my friend

he s a very good friend
he s a very strong man
that s what
he can
he is moving
big stones
with soft kisses

he s a fantastic man
he s a very magic man
he s a powerful man
cause that s what
he can
he is moving
big stones
with soft kisses

since I ve
met him
life has changed

now my lips
are singing
my soul
is swinging
cause
he is the door
I didn t know before

sweet songs
and
soft kisses
are moving
big stones


×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

wer hat das erlaubt

wer hat das erlaubt

welches Recht haben diese
jenen ihr Recht zu entziehen

auf der einen Seite
Geranien blühen
an Fenstern und Balkonen

auf der anderen Seite
gibt es keine Gründe
sich zu schonen

anstatt leben wohnen
heißt es vegetieren

hungern
dursten und krepieren
gegen alle
alles
und sich selbst
agieren

Schmutz und Dreck
sich in die Poren schmieren

im Müll und Abfall zu vibrieren
den eignen Untergang kreieren

oh mein Gott
wer hat das erlaubt

ich hätte gern an etwas
Schützendes
geglaubt

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

eine von dir

eine von dir

ich wollte Deine sein

Afrika
du hast mich ver schluckt
und wieder aus ge spuckt

du hast mich tausend mal getötet
mich zer rissen mich zer brochen
auf allen Vieren bin ich über deine
schwarze heiße Erde hin ge krochen

du hast mir den letzten Stroh Halm ab ge knickt
und mich in den unfassbaren Schlund ge schickt
hast mich fallen lassen ohne Halt
hast Tod Schmerz Verzweiflung und Gewalt
auf meine Glieder ausgesetzt
und mich in den Sturm gehetzt

mein Sohn von deinem Sohn gezeugt und umgebracht
Qualen Ohnmacht Schreie in der Nacht

Misshandlung Körper Verletzung Mord
trieben meine Seele fort

die Hütten waren ab ge brannt
der Hüter war davon gerannt

Kinder Banditen haben mich
an deinem Strand be raubt
bis ich nicht mehr an dich ge glaubt

ich wollte dich nie wieder sehn
wie konnte das mit mir geschehn

du die härteste der Schulen
deine Lektionen hauen hin und prägen ein

und ich
ich wollte
musste unbedingt
eine von deinen Schülerinnen sein

und ich
ich wollte
musste unbedingt
eine von dir sein

und ich
ich wollte
musste unbedingt
die Deine sein

×

Leseprobe zu Schwingen der Sehnsucht nach Afrika

Ambuyas Be Erdigung

Ambuyas Be Erdigung

Trauer Gäste
weit gereist
von überall her
die ganze riesen große Familie
fand sich zusammen

die letzte Ehre
der Ahnin
war über wältigend

die Zeremonie
das Begräbnis
im Hof
neben der Küchen Hütte
neben der bergenden Erde Sekurus
des Groß Vatres

einfach und schlicht

Ambuya
war zwei und neunzig
vorsichtigen Schätzungen zu Folge

Ambuya
die Groß Mutter
hatte acht Kinder
fünf und dreißig Enkel
vier und fünfzig Ur Enkel
und sechs Ur Ur Enkel




×

Na kobarka

  • CD Cover Na kobarka

20,00 EUR

Jetzt bestellen

Veröffentlichung: 2012

Die Audio CD „Na kobarka“ enthält Akapella- Gesänge.

Zwei fein aufeinander abgestimmte Stimmen erklingen ganz ohne musikalische Begleitung

und singen Lieder in fremden Sprachen,

afrikanisches Volksgut und eigene Lieder, übersetzt in west afrikanische Sprachen.

Allerherzlichsten Dank an Steffi Böttcher für den himmlischen Gesang

und die Gestaltung des Labels. www.agd.de/03325

Vielen lieben Dank an Matthias Dankert, MH-Tonstudio Rostock www.mh-tonstudio.de

Hörproben:

Sunu Gaal

  • CD Cover Sunu Gaal

20.00 EUR

Jetzt bestellen

Die Themen der Lieder auf der CD sind spirituell, multi- religiös und sozio- kulturell.

  1. Bissimilah – Lobpreis Gottes Allahs / arabisch, wolof
  2. Mihei gidma Rog – Dank an Gott für die Gastfreundschaft der Dörfer Afrikas / serer, wolof
  3. Oh ich liebe Senegal – Liebeserklärung ( Rap ) / deutsch, wolof
  4. Adouna yagoul – Afrikanische Lebensweisheit / wolof, französisch
  5. Cindy – Liebeslied ( Rap ) – Racine / wolof, französisch
  6. L`enfant soldat – Kindersoldaten ( Rap ) – Racine / wolof, französisch
  7. Ras la bol – Es reicht ( Rap ) – Da Old Amady / wolof, französisch
  8. Talibe – Religiöse Bettelkinder / wolof, französich
  9. We all come from Goddess – Indianisches Gebet / englisch, wolof, serer, peulh
  10. Bafana Bafana / englisch, wolof, bambara, französisch

Regie und Studio-Aufnahmen: Laye Ndiagne / Dakar
00221 776401505
Cover: Kempes / Dakar 00221 763904300
Produktion: Studio 2000 Dakar
Management: Cheikh Ba / 00221 776530730 / chkba18@yahoo.fr

Maty Samb

  • Maty Samb CD Cover

15,00 EUR

Jetzt bestellen

Diese CD ist meiner Schwiegermutter Maty Samb und den Wolof in Senegal und Gambia gewidmet.

Sie enthält afrikanisches Volksgut in freier Wiedergabe und eigene Lieder,

übersetzt in west-afrikanische Sprachen, etwas englisch und französisch.
Die gesprochenen Texten sind in Wolof zu hören.

Bearbeitung: Wolfgang Bretschneider www.amp-studio.de

Label-Gestaltung: Steffi Böttcher www.agd.de/03325

Hörbuch Sehnsucht nach Afrika Teil I

  • CD Cover Sehnsucht nach Afrika 1

20,00 EUR

Jetzt bestellen

CD mit traditionellen und eigenen Liedern, die in mehrere Sprachen West-Afrikas,

etwas englisch und französisch,  übersetzt sind.

Die Texte sind auf deutsch.

Musikdesign und Produktion: Wolfgang Bretschneider www.amp-studio.de

Labelgestalzung: Steffi Böttcher www.agd.de/03325

Hörproben:

In der Video Diashow Sehnsucht nach Afrika sind die ersten drei Titel dieser CD zu hören.

Hörbuch Sehnsucht nach Afrika Teil II

  • CD Cover Sehnsucht nach Afrika 2

20,00 EUR

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CD mit traditionellen und eigenen Liedern, die in mehrere Sprachen West-Afrikas,

etwas englisch und französisch übersetzt sind.

Die Texte sind auf deutsch.

Musikdesign und Produktion: Wolfgang Bretschneider www.amp-studio.de

Labelgestaltung: Steffi Böttcher www.agd.de/03325

Hörbeispiele

dance creation

  • CD Cover Dance Creation

Auftritt in „Anasads Wüstenzauber“ am 26.10.2007, im Zelt, Kirrweiler

Kamera: Dominik Klein
Schnitt: Herr Basler  Offener Kanal Neustadt an der Weinstrasse